ABC

Atomare (radioaktive), biologische oder chemische Gefahren sind seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika wieder verstärkt in den Focus der Öffentlichkeit gerückt. Obwohl wir diese Gefahren nicht in unserem unmittelbaren Lebensumfeld erwarten, hat die Reaktorkatastrophe in Fukushima (Japan) im März 2011 deutlich gemacht, dass sie jederzeit auftreten können. Auch für solche Unglücksfälle hält die Feuerwehr Ausrüstungsgegenstände bereit.

So gibt es in der Feuerwehr Chemikalienschutzanzüge (CSA). Das ist eine Schutzausrüstung, die den Träger komplett von seiner Umwelt isoliert, so dass er auch in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch verunreinigten Bereichen arbeiten kann. Dieser Anzug kommt auch bei anderen Gefahrgutunfällen zum Einsatz. Über ein Atemschutzgerät wird der CSA-Träger mit Sauerstoff versorgt. Neben den Anzügen gibt es Prüf- und Messgeräte in der Feuerwehr, mit welchen eine Luftverunreinigung festgestellt werden kann.

In der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Finnentrop ist die Löschgruppe Bamenohl mit Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet. Die Anzüge wurden erst in 2017 erneuert. Das Tragen dieser besonderen Schutzkleidung sowie der Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern muss erst erlernt werden. Deshalb ist zunächst der Besuch eines sogenannten ABC-Lehrgangs notwendig.

Am Standort Bamenohl werden auch alle weiteren zur Bekämpfung von Einsatzlagen mit gefährlichen Stoffen und Gütern notwendigen Ausrüstungsgegenstände vorgehalten. Das gesamte Material ist auf dem Feuerwehrfahrzeug LF 20 verlastet, welches ebenfalls im Jahr 2017 in Dienst gestellt wurde.

Schadenslagen, in denen atomare, radioaktive oder chemische Gefahren eine Rolle spielen, können in wenigen Fällen von einer Löschgruppe alleine bewältigt werden. Auch die Unterstützung der weiteren Löschgruppen aus der Gemeinde reicht hier in der Regel nicht aus. Deshalb arbeitet die Gemeinde Finnentrop auf diesem Gebiet mit den Feuerwehren der Gemeinde Kirchhundem sowie der Stadt Lennestadt zusammen. Die Zusammenarbeit ist in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung geregelt und beinhaltet insbesondere die gemeinsame Beschaffung und Unterhaltung eines weiteren Fahrzeugs (Gerätewagen Gefahrgut). Die Beschaffung des Fahrzeugs, welches im Feuerwehrgerätehaus Grevenbrück stationiert werden soll, ist für das Jahr 2018 vorgesehen.